Angedacht

 

 

Mann über Bord!

  

 

Holland – Sommer, es ist Segelzeit. Mit dem
richtigen Wind sind wir in meinem
Lieblingshafen Urk angelangt. Der Hafen ist
richtig voll, wir liegen im Päckchen, also
parken in zweiter Reihe. Nach dem Anlegen
ist das Anlegerbier (alkoholfrei) dran. Wir
sitzen zu zweit hinten, machen es uns
gemütlich und betrachten das Treiben im
Hafen. Ein älteres Ehepaar mit einem kleinen
Motorboot fährt gerade von See her auf der
Suche nach einem Liegeplatz ein. Schön,
wenn man das Alter noch so zusammen
genießen kann. Gerade wird auf der anderen
Hafenseite ein Platz frei, die beiden Rentner
legen sofort in der Lücke an. Beim Aussteigen
merkt man erst wie gehbehindert der ältere
Mann ist, er kann kaum auf dem Steg ohne
Hilfsmittel laufen. Beim Festmachen des
Bootes beugt er sich zu weit zum Boot hin
nach vorne, kann nicht mehr zurück. Das Boot
treibt langsam vom Steg weg und der ältere
Mann streckt sich immer mehr bis er sich
nicht mehr halten kann und zwischen Boot
und Steg ins Wasser fällt. Zwei Boote weiter
wird auf Deck gefeiert, es wird sich
unterhalten, Musik gehört und niemand sieht
den Mann im Wasser – im vollbelegten Hafen.
Plötzlich wird uns bewusst, was da gerade
passiert ist. Zeitgleich mit der Besatzung des
Nachbarbootes rufen wir laut „Mann über
Bord!“ zur Yacht gegenüber und zeigen auf
den alten Herrn im Wasser. Jetzt wird es
plötzlich hektisch, Männer rennen über den
Steg und zu dritt holen sie den Mann aus dem
Wasser. Er hält sich auf allen Vieren auf dem
Steg und muß sich erst mal erholen. Da wäre
jemand fast ertrunken und nur wenige Meter
daneben haben Leute gefeiert und die
Abendsonne genossen.
Diese Bild wird mir zur Mahnung, zur
Erinnerung. Ich merke, hier spricht Gott zu
mir, will mir etwas mitteilen. In wenigen
Wochen feiern wir Weihnachten, Gottes große
Rettungsaktion. Für alle die "über Bord“
gefallen sind, ist er gekommen, Jesus –
Gottes Sohn. Wir sind eingeladen, uns an
dieser weltweiten Rettungsaktion zu
beteiligen. Nicht als Missionare im Busch oder
als Straßenevangelisten in einer
Einkaufspassage – oder vielleicht doch. Aber
jeder ist eingeladen, seine Möglichkeiten zu
nutzen. Vielleicht eine mutmachende Karte,
ein Buch oder eine DVD – es war noch nie so
einfach, die gute Nachricht weiter zu geben.
„Not macht erfinderisch“ sagt das Sprichwort.
Machen mir noch die Menschen neben mir -
die Jesus nicht kennen - Not? Aus Gnade sind
wir gerettet, das ist die Grundlage unseres
Lebens als Christi Nachfolger – gerettet zum
Einsatz mit Jesus.

Übrigens, mein Boot heißt „Amazing Grace“
also übersetzt: „erstaunliche/wunderbare
Gnade“. Der Name war kein Zufall – ich habe
es so erlebt. Und über diesen Bootsnamen
schon viele Gespräche über meinen Glauben
geführt.
Ich wünsche uns eine besinnliche und kreative
Adventszeit – und ein Weihnachtsfest mit
Geschenken, die Hoffnung machen.
Rainer Kaschig (Gemeindeleiter)

 

 Rainer Kaschig

(Gemeindeleiter)

 

 
 

 

Perusonntag 17.11.2019


  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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